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Notfallkarte für die Geldbörse: Was draufgehört und wie Sie sie richtig ausfüllen

Nach einem Unfall sucht der Rettungsdienst zuerst in der Geldbörse. Eine Notfallkarte im Scheckkartenformat sagt in Sekunden, wen man anruft, welche Medikamente Sie nehmen – und wo Ihre Patientenverfügung liegt.

Von Julian RossAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Vier Notfallkarten zum Ausfüllen auf einem gedruckten Blatt aus dem Notfallordner auf einem Holztisch.

Nach einem Unfall oder Zusammenbruch auf der Straße sind die ersten Minuten entscheidend. Sanitäter und Notärztinnen sehen dann zuerst in Geldbörse, Jackentasche und Handy nach. Eine Notfallkarte im Scheckkartenformat beantwortet dort die wichtigsten Fragen auf einen Blick – und verbindet den Moment des Notfalls mit Ihrem Notfallordner zu Hause.

Wozu eine Notfallkarte?

Eine Notfallkarte hat drei Aufgaben:

  1. Medizinisch informieren: Blutverdünner, Insulin oder eine Penicillin-Allergie verändern die Erstversorgung.
  2. Angehörige erreichbar machen: Ein Name und eine Telefonnummer ersparen Klinik und Polizei die Suche.
  3. Auf Ihre Vorsorge verweisen: Der Hinweis, wo Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung liegen, sorgt dafür, dass Ihr Wille rechtzeitig bekannt wird.

Was auf die Notfallkarte gehört

Der Platz auf 85 × 54 Millimetern ist knapp. Diese sieben Angaben haben sich bewährt:

FeldWarum es wichtig ist
NameEindeutige Zuordnung, auch ohne Ausweis
GeburtsdatumZur Identifikation und für die Dosierung von Medikamenten
BlutgruppeHilfreich als Hinweis – vor einer Transfusion wird trotzdem immer getestet
AllergienVor allem gegen Medikamente, Kontrastmittel, Latex
Wichtige MedikamenteBlutverdünner, Insulin, Herzmedikamente, Antiepileptika
Im Notfall anrufenName und Telefonnummer einer erreichbaren Person
Vollmacht / Patientenverfügung liegt beiDamit Ihre Vertreter und Ihr Wille schnell gefunden werden

Haben Sie einen Herzschrittmacher, ein Implantat, Epilepsie oder Diabetes, gehört das ebenfalls auf die Karte – notfalls in Kurzform bei „Wichtige Medikamente“.

Vier Notfallkarten im Scheckkartenformat (85 × 54 mm) mit Schneiderahmen – zwei für jede Person, dazu die Seite „Im Ernstfall zuerst“.

Was nicht auf die Karte gehört

  • Ihre vollständige Adresse: Zusammen mit dem Hausschlüssel wäre eine verlorene Geldbörse sonst eine Einladung.
  • PINs und Passwörter: niemals – auch nicht verschlüsselt.
  • Lange Diagnoselisten: Die gehören in den Notfallordner, Kapitel Gesundheit. Auf der Karte zählt nur, was in den ersten Minuten wichtig ist.

Ausfüllen, ausschneiden, laminieren

  1. Notfall-Schnellstart (PDF) herunterladen und mit 100 % bzw. „Tatsächlicher Größe“ drucken – nicht „an Seite anpassen“, sonst stimmt das Kartenformat nicht.
  2. Mit Kugelschreiber in Druckbuchstaben ausfüllen.
  3. Entlang der gestrichelten Linie ausschneiden.
  4. Laminieren oder in eine Kartenhülle stecken, damit die Schrift nicht verblasst.
  5. Eine Karte in die Geldbörse, die zweite in Jacke, Handtasche oder Auto legen.
  6. Einmal im Jahr prüfen: Stimmen Medikamente und Telefonnummer noch?

Für Paare: zwei Karten je Person

Die Vorlage enthält vier Karten auf einer Seite – zwei für Person 1, zwei für Person 2. Tragen Sie bei „Im Notfall anrufen“ nicht nur den Partner ein: Bei einem gemeinsamen Unfall erreicht man ihn nicht. Eine zweite Person (Kind, Geschwister, Freund) ist sicherer.

Sinnvolle Ergänzungen: Smartphone und Gesundheitskarte

Die Papierkarte funktioniert immer – ohne Akku, ohne Entsperrcode. Ergänzend lohnen sich zwei digitale Wege:

  • Notfallinformationen im Smartphone: iPhone (Health-App, „Notfallpass“) und Android-Geräte können Notfallkontakte und medizinische Angaben auf dem Sperrbildschirm anzeigen, ohne dass das Gerät entsperrt werden muss.
  • Notfalldaten auf der Gesundheitskarte: Auf Wunsch kann Ihre Hausarztpraxis Notfalldaten wie Diagnosen, Medikamente und Allergien auf der elektronischen Gesundheitskarte speichern.

Die Notfallkarte ist der erste Baustein. Was danach gebraucht wird – Arztkontakte, Medikamentenplan, Vorsorgevollmacht – steht im Notfallordner. Wie der aufgebaut ist, erklärt unser Ratgeber zum Notfallordner. Im Buch „Notfallordner und Vorsorgeordner für Familien und Privatpersonen“ ist die Notfallkarte direkt auf Seite 6 zum Kopieren und Ausschneiden enthalten.

Häufige Fragen

Was gehört auf eine Notfallkarte?

Name, Geburtsdatum, Blutgruppe, Allergien, wichtige Medikamente (vor allem Blutverdünner und Insulin), ein Notfallkontakt mit Telefonnummer und der Hinweis, wo Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung liegen.

Wie groß ist eine Notfallkarte?

Am praktischsten ist das Scheckkartenformat von 85 × 54 Millimetern. Es passt in jedes Kartenfach der Geldbörse und wird dort vom Rettungsdienst schnell gefunden.

Gibt es eine Notfallkarte kostenlos zum Ausdrucken?

Ja. Auf notfallordner-form.de gibt es den Notfall-Schnellstart als kostenlose PDF-Datei mit vier Notfallkarten im Scheckkartenformat und gestricheltem Schneiderahmen – zwei je Person.

Sollte ich meine Adresse auf die Notfallkarte schreiben?

Besser nicht. Ginge die Geldbörse verloren, wüsste ein Finder sonst zusammen mit dem Hausschlüssel, wo Sie wohnen. Name, Geburtsdatum und ein Notfallkontakt genügen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder medizinische Beratung im Einzelfall. Rechtsstand: Oktober 2026.

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